Bestandsanalyse: Der heutige Stand der Wärmeversorgung
Die Bestandsanalyse zeigt den Ausgangspunkt der kommunalen Wärmeplanung. Sie macht sichtbar, wie die Gebäude in Wendeburg heute beheizt werden, wo besonders viel Wärme benötigt wird und welche Bereiche für die Wärmewende besonders wichtig sind.
Wendeburg ist ländlich geprägt
- Die Gemeinde besteht aus mehreren Ortschaften mit einer überwiegend aufgelockerten Siedlungsstruktur.
- Ein- und Zweifamilienhäuser prägen den Gebäudebestand.
- Diese Struktur ist wichtig für die spätere Bewertung möglicher Wärmeversorgungslösungen.
- Große Wärmenetze sind unter diesen Voraussetzungen wirtschaftlich nicht immer sinnvoll.
- In vielen Bereichen werden daher dezentrale Lösungen eine wichtige Rolle spielen.

Viele Gebäude bieten Sanierungspotenzial
- 48 % der Wohngebäude wurde vor 1979 errichtet.
- Diese Gebäude entstanden vor der ersten Wärmeschutzverordnung.
- Dort ist häufig ein höherer Wärmebedarf zu erwarten.
- Energetische Sanierungen können helfen, den Wärmeverbrauch zu senken und Heizkosten langfristig zu reduzieren.
- Besonders relevant sind Maßnahmen wie Dämmung, neue Fenster, Heizungsoptimierung oder die Vorbereitung auf erneuerbare Heizsysteme.

Die Wärmeversorgung ist heute noch stark fossil geprägt
- Viele Wohngebäude in Wendeburg werden derzeit mit Erdgas beheizt.
- Heizöl spielt ebenfalls noch eine wichtige Rolle.
- Wärmepumpen sind im bestehenden Gebäudebestand bislang deutlich seltener vertreten.
- Gleichzeitig zeigt der Blick auf Neubauten: Wärmepumpen gewinnen stark an Bedeutung und sind inzwischen eine zentrale Heiztechnologie.

Viele Heizungen erreichen in den kommenden Jahren ein Austauschalter
- Ein Teil der Öl- und Gasheizungen ist bereits älter als 20 Jahre.
- Das bedeutet nicht automatisch, dass diese Heizungen sofort ausgetauscht werden müssen.
- Es zeigt aber, dass sich viele Eigentümerinnen und Eigentümer in den kommenden Jahren mit dem Thema Heizungsmodernisierung beschäftigen werden.
- Eine frühzeitige Planung ist sinnvoll, um Alternativen, Kosten und Fördermöglichkeiten in Ruhe prüfen zu können.
| Alter | Anzahl | Anteil in % |
| Jünger als 5 Jahre | 463 | 15,7 |
| 5 – 10 Jahre | 687 | 23,3 |
| 11 – 15 Jahre | 468 | 15,9 |
| 16 – 20 Jahre | 341 | 11,6 |
| 21 – 25 Jahre | 387 | 13,1 |
| 26 – 30 Jahre | 297 | 10,1 |
| Älter als 30 Jahre | 303 | 10,3 |
| Gesamt | 2.946 | 100,0 |
Der größte Wärmebedarf entsteht im Wohnbereich
- Der jährliche Wärmebedarf in Wendeburg liegt bei rund 127 Gigawattstunden.
- Der größte Anteil entfällt auf private Wohngebäude.
- Damit wird deutlich: Die Wärmewende betrifft in Wendeburg vor allem den Gebäudebestand und damit viele private Haushalte.
- Industrie, Gewerbe und öffentliche Gebäude spielen ebenfalls eine Rolle.
- Öffentliche Gebäude haben zwar nur einen kleineren Anteil am gesamten Wärmebedarf, können aber eine wichtige Vorbildfunktion übernehmen.

Die heutige Wärmeversorgung verursacht deutliche CO₂-Emissionen
- Die Wärmeversorgung in Wendeburg verursacht derzeit rund 35.000 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr.
- Die Emissionen entstehen vor allem durch den Einsatz von Erdgas und Heizöl.
- Der Wohnbereich ist dabei ein zentraler Hebel.
- Weniger Wärmeverbrauch, energetische Sanierungen und der Umstieg auf erneuerbare Wärme können die Emissionen künftig deutlich senken.


