Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung wurden die Bürger der Gemeinde Wendeburg zur aktiven Mitwirkung eingeladen. Über eine Online-Umfrage hatten sie die Möglichkeit, ihre Meinungen, Anliegen und Fragen zur zukünftigen Wärmeversorgung einzubringen und so zur Ausgestaltung der lokalen Wärmewende beizutragen.
An der nicht repräsentativen Befragung nahmen insgesamt 31 Personen teil. Die Teilnehmenden stammen aus den Ortschaften: Bortfeld, Meerdorf, Neubrück, Sophiental, Wendeburg und Wense.
Dezentrale Versorgung mit fossilen Energien
Unter den genannten Heizsystemen dominiert im Bestand der Heizungsanlagen der Teilnehmenden an der Umfrage weiterhin Gas als Energieträger mit einem Anteil von 49 %. Solarthermie und Umgebungswärme erreichen 26 %, Biomasse 14 %. Heizöl ist mit 9 % vertreten, während Strom ohne Wärmepumpe lediglich 2 % ausmacht.
Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass fossile Energieträger im Anlagenbestand der befragten Haushalte weiterhin eine bedeutende Rolle spielen, zugleich jedoch erneuerbare Wärmequellen – insbesondere Solarthermie, Umgebungswärme und Biomasse – bereits einen relevanten Anteil an der Wärmeversorgung einnehmen.

Abbildung 42: Frage – Welcher Energieträger kommt bei Ihrer Heizungsanlage zum Einsatz?
Heizungsaustausch und energetische Gebäudesanierung in den nächsten Jahren
Abbildung 43 stellt die geplanten Maßnahmen zur energetischen Sanierung in Prozent dar. Demnach plant mit einem Anteil von 71 % die Mehrheit der Befragten derzeit keine energetischen Sanierungsmaßnahmen.
Unter den geplanten Maßnahmen wird am häufigsten ein Fenstertausch genannt (27 %). Jeweils 20 % der Befragten planen einen Heizungsaustausch oder eine Dachdämmung. Eine Dämmung der obersten Geschossdecke sowie eine Fassadendämmung beabsichtigen jeweils 13 % der Teilnehmenden. Maßnahmen im Bereich der Keller- bzw. unteren Geschossdämmung werden mit 7 % vergleichsweise selten genannt.
Da bei der Umfrage Mehrfachantworten möglich waren, können die Befragten mehrere Maßnahmen gleichzeitig geplant haben.

Abbildung 43: Frage – Welche energetischen Sanierungsmaßnahmen sind geplant?
Mögliche Wärmequellen
Die Bürger der Gemeinde Wendeburg wurden gefragt, welche Energieträger sie für die zukünftige Wärmeversorgung als geeignet erachten. Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Erneuerbare Energien stoßen auf eine sehr hohe Zustimmung.
- Strom aus erneuerbaren Quellen wird von 81 % der Befragten als geeignet bewertet.
- Umweltwärme (z. B. Wärmepumpen) erreicht eine Zustimmung von 77 %.
- Solarthermie wird von 71 % positiv eingeschätzt.
- Auch Tiefengeothermie wird mit 61 % mehrheitlich als geeignet angesehen.
- Biomassebasierte Energieträger werden differenziert bewertet
- Holz (z. B. Pellets oder Hackschnitzel) sowie Biogas/Biomethan erreichen jeweils 32 % Zustimmung.
- Gleichzeitig zeigen sich hier höhere Anteile neutraler oder ablehnender Einschätzungen.
- Fossile Energieträger werden mit Ausnahme von Erdgas überwiegend kritisch gesehen.
- Kohle wird mit 87 % klar mehrheitlich als ungeeignet bewertet.
- Heizöl halten 68 % der Befragten für ungeeignet.
- 45 % der Befragten stufen Erdgas als geeignet ein, während 32 % es als ungeeignet bewerten.
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- Wasserstoff wird uneinheitlich eingeschätzt.
- 35 % halten ihn für geeignet, ebenso viele (35 %) für ungeeignet.
- 13 % bewerten ihn neutral, 16 % können dies nicht beurteilen.
- Für die Wärmeversorgung wird Wasserstoff voraussichtlich nur begrenzt verfügbar und wirtschaftlich darstellbar sein; die Nutzung wird eher im industriellen Bereich erwartet.
Insgesamt deuten die Ergebnisse der Befragung auf eine klare Präferenz der Teilnehmenden für erneuerbare Energieträger – insbesondere Strom aus erneuerbaren Quellen, Umweltwärme, Solarthermie und Tiefengeothermie – hin. Fossile Energieträger werden mit Ausnahme von Erdgas überwiegend abgelehnt, während Wasserstoff und biomassebasierte Optionen deutlich ambivalenter eingeschätzt werden.

Abbildung 44: Frage – Welche Energiequellen halten Sie in Bezug auf eine zukunftsfähige Wärmeversorgung generell in Ihrer Gemeinde für geeignet?
Die Teilnehmenden hatten zudem die Möglichkeit anzugeben, welche Art der Wärmeversorgung sie bevorzugen würden, sofern ein Heizungsaustausch innerhalb der nächsten 24 Monate erforderlich wäre. Mehrfachnennungen waren dabei zulässig.
- Wärmepumpen (48,7 %) werden mit deutlichem Abstand am häufigsten bevorzugt.
- Ein Anschluss an ein Wärmenetz (18,9 %) folgt mit deutlichem Abstand.
- Gasheizungen werden von 13,5 % der Befragten weiterhin in Betracht gezogen.
- Biomasse- bzw. Holzheizungen erreichen 8,1 %.
- Solarthermie wird mit 2,7 % vergleichsweise selten genannt.
- Ölheizungen spielen unter den Teilnehmenden keine Rolle mehr.
- 8,1 % der Teilnehmenden sind noch unentschlossen.

Abbildung 45: Frage – Welche Art der zukünftigen Wärmeversorgung würden Sie bevorzugen?
Von den Teilnehmenden, die einem Anschluss an ein Wärmenetz grundsätzlich aufgeschlossen gegenüberstehen, können sich 89 % vorstellen, Mitglied einer Wärmegenossenschaft zu werden. Weitere 11 % zeigen sich in dieser Frage noch unentschlossen.
Wichtige Themen und Anliegen der Befragten
Die freien Rückmeldungen der Teilnehmenden verdeutlichen ein starkes Interesse an einer zügigen, transparenten und zugleich bezahlbaren Ausgestaltung der zukünftigen Wärmeversorgung. Viele Beiträge betonen, dass die Umsetzung „schnell gehen“ sollte, gleichzeitig aber wirtschaftlich tragfähig bleiben muss. Insbesondere die Sorge vor hohen Investitionskosten für neue Heizungsanlagen – teils im hohen fünfstelligen Bereich – wird mehrfach genannt. Es wird darauf hingewiesen, dass steigende Bau- und Energiekosten sowie mögliche Umlagen auf Mieten die finanzielle Belastung für Eigentümer und Mieter weiter verschärfen könnten. Entsprechend wird ausdrücklich um bezahlbare und praxisnahe Lösungen gebeten.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Kommunikation. Mehrere Rückmeldungen kritisieren eine bislang unzureichende Information der Bürgerschaft und wünschen sich eine frühzeitige, transparente und kontinuierliche Einbindung in die Planungen. Es besteht der Wunsch nach Klarheit darüber, welche konkreten Optionen und Alternativen für den jeweiligen Wohnort vorgesehen oder realistisch umsetzbar sind.
Inhaltlich werden unterschiedliche Versorgungsmodelle diskutiert. Genannt werden unter anderem Nahwärmenetze für kleinere Ortschaften, Fernwärme, Wärmeenergiegenossenschaften sowie dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen. Teilweise wird die Auffassung vertreten, dass zentrale oder dezentrale Wärmenetze insbesondere dort sinnvoll sind, wo industrielle oder gewerbliche Abwärme genutzt werden kann. Gleichzeitig wird auf mögliche wirtschaftliche Risiken – etwa monopolartige Strukturen bei Fernwärmeanbietern – hingewiesen. Als alternative Option wird unter anderem Tiefengeothermie ins Spiel gebracht. Zudem wird gefragt, ob beispielsweise im Bereich der Deponie Watenbüttel noch energetische Potenziale bestehen.
Mehrfach wird der Wunsch nach ideologiefreien, pragmatischen und realistischen Entscheidungen geäußert. Die Wärmeplanung solle langfristig tragfähig sein und nicht fortlaufend nachjustiert werden müssen. Gleichzeitig wird angeregt, genossenschaftliche Modelle zu prüfen, bei denen Bürgerinnen und Bürger selbst Eigentümer der Versorgungsanlagen sind, um Abhängigkeiten von Dritten zu vermeiden.
Schließlich wird die Rolle der Kommune als Vorbild hervorgehoben. Die Gemeinde solle in ihren eigenen Liegenschaften – etwa Schulen, Kindergärten, Sportstätten und Verwaltungsgebäuden – konsequent auf klimafreundliche und wirtschaftlich darstellbare Technologien setzen und über erzielte Einsparungen transparent berichten. Eine solche Vorbildfunktion könne positive Impulse für die Bevölkerung setzen und Nachahmungseffekte fördern.
Insgesamt zeigen die Rückmeldungen den Wunsch nach einer sozial verträglichen, wirtschaftlich tragfähigen, technologisch offenen und transparent kommunizierten Wärmeplanung mit klaren Perspektiven für die einzelnen Ortschaften.

