Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung wurden zwei Prüfgebiete identifiziert, in denen gemeinschaftliche Wärmelösungen näher betrachtet werden können: Bortfeld und Wendezelle.
Wichtig: Die Einteilung als Prüfgebiet bedeutet noch nicht, dass dort ein Wärmenetz beschlossen oder geplant ist. Sie zeigt vielmehr, dass die Rahmenbedingungen in diesen Bereichen eine weitere Prüfung sinnvoll erscheinen lassen.

Was bedeutet „Prüfgebiet“?
- Ein Prüfgebiet ist ein Bereich, in dem eine gemeinschaftliche Wärmeversorgung grundsätzlich näher untersucht werden kann.
- Ob tatsächlich ein Wärmenetz entstehen kann, hängt von weiteren Faktoren ab.
- Entscheidend sind unter anderem:
- Interesse der Eigentümerinnen und Eigentümer,
- ausreichende Anschlussbereitschaft,
- technische Machbarkeit,
- Wirtschaftlichkeit,
- Organisationsform,
- Finanzierung,
- mögliche Betreiberstruktur.
- Besonders interessant sind bürgerschaftlich getragene Lösungen, zum Beispiel ein Bürgerwärmenetz oder eine Energiegenossenschaft.
Mögliche nächste Schritte in Bortfeld und Wendezelle
- Information der Eigentümerinnen und Eigentümer im Fokusgebiet.
- Durchführung einer Informationsveranstaltung oder eines Quartierstreffens.
- Erste Abfrage, ob grundsätzlich Interesse an einer gemeinschaftlichen Wärmelösung besteht.
- Bildung einer lokalen Initiativgruppe aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern.
- Prüfung, ob das bestehende Gebäudenetz kommunaler Liegenschaften als Ausgangspunkt dienen kann.
- Klärung möglicher Organisationsformen, zum Beispiel:
- Energiegenossenschaft,
- Quartiersgesellschaft,
- Bürgerwärmenetz.
- Beauftragung einer Machbarkeitsprüfung, wenn ausreichend Interesse und eine mögliche Mindestanschlussquote erkennbar sind.


Welche Rolle kann die Gemeinde übernehmen?
Die Gemeinde kann gemeinschaftliche Wärmenetze unterstützen, auch wenn Planung, Finanzierung und Betrieb in der Regel durch Bürgerinitiativen, Energiegenossenschaften oder andere lokale Akteure erfolgen müssten.
Mögliche Unterstützung durch die Gemeinde:
- Vernetzung und Moderation
- Runder Tisch mit Bürgerschaft, Verwaltung und Fachakteuren.
- Kontaktvermittlung zu Energiegenossenschaften, Planungsbüros oder technischen Dienstleistern.
- Bereitstellung von Räumen für Informationsveranstaltungen und Workshops.
- Unterstützung bei Infrastrukturfragen
- Prüfung, ob öffentliche Flächen für Technikstandorte oder Leitungsführungen genutzt werden können.
- Unterstützung bei Fragen zur Leitungsverlegung im öffentlichen Raum.
- Begleitung bei Abstimmungen mit relevanten Akteuren.
- Information zu Förderung und Finanzierung
- Hinweise auf Förderprogramme und Beratungsmöglichkeiten.
- Kontaktvermittlung zu Fördermittelberatungen, Banken oder Fachstellen.
- Öffentlichkeitsarbeit
- Unterstützung der Projektkommunikation über die Internetseite der Gemeinde.
- Bekanntmachung von Veranstaltungen.
- Darstellung guter Beispiele aus anderen Kommunen oder der Region.
Was bedeutet das für Bürgerinnen und Bürger in den Prüfgebieten?
- Es gibt noch keine Entscheidung für ein Wärmenetz.
- Die Gebiete wurden ausgewählt, weil eine gemeinschaftliche Lösung grundsätzlich prüfenswert erscheint.
- Entscheidend ist, ob vor Ort genügend Interesse entsteht.
- Ohne Beteiligung der Eigentümerinnen und Eigentümer ist ein Bürgerwärmenetz kaum realistisch.
- Wer in einem Prüfgebiet wohnt, sollte Informationsangebote nutzen und sich bei Interesse frühzeitig einbringen.
- Auch außerhalb der Prüfgebiete können sich Bürgerinitiativen bilden, wenn gemeinschaftliche Wärmelösungen gewünscht sind.
Kurzfazit
- Bortfeld und Wendezelle sind keine fest geplanten Wärmenetzgebiete, sondern Prüfgebiete.
- In beiden Bereichen können gemeinschaftliche Lösungen näher untersucht werden.
- Besonders im Mittelpunkt stehen bürgerschaftlich organisierte Modelle wie Bürgerwärmenetze.
- Die Gemeinde kann solche Initiativen moderieren, vernetzen und unterstützen.
Ob ein Projekt tatsächlich entsteht, hängt wesentlich vom Interesse und Engagement vor Ort ab.

