Umsetzungsstrategie: Was sind die nächsten Schritte?

Die Umsetzungsstrategie zeigt, welche Schritte notwendig sind, um die Wärmeversorgung in Wendeburg langfristig klimafreundlich, verlässlich und bezahlbar zu gestalten. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern auch um Information, Beratung, Zusammenarbeit und eine gute Vorbereitung von Bürgerinnen, Bürgern, Unternehmen und Kommune.

Das Gasnetz steht langfristig vor Veränderungen

  • Die Wärmeversorgung in Wendeburg ist heute noch stark vom Erdgas geprägt.
  • Langfristig müssen fossile Energieträger durch klimaneutrale Alternativen ersetzt werden.
  • Dadurch wird die Zahl der Gaskundinnen und Gaskunden voraussichtlich sinken.
  • Gleichzeitig müssen die Kosten für Betrieb und Instandhaltung des Gasnetzes weiterhin getragen werden.
  • Diese Kosten verteilen sich künftig auf weniger Anschlüsse und geringere Gasmengen.
  • Dadurch können die Netzentgelte und damit auch die Gaspreise langfristig steigen.
  • Auch die CO₂-Bepreisung kann fossiles Gas künftig zusätzlich verteuern.
  • Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet das: Wer heute noch mit Gas heizt, sollte die langfristige Entwicklung frühzeitig mitdenken.

Biomethan kann Erdgas teilweise ersetzen – ist aber keine einfache Lösung für alle

  • Biomethan kann grundsätzlich ins Gasnetz eingespeist und ähnlich wie Erdgas genutzt werden.
  • Dafür muss Biogas jedoch aufbereitet werden.
  • Die Herstellung ist aufwendig und mit Energieverlusten verbunden.
  • Biomethan ist voraussichtlich deutlich teurer als fossiles Erdgas.
  • Außerdem ist die verfügbare Menge begrenzt.
  • Biomethan steht auch in Konkurrenz zu anderen Nutzungen, zum Beispiel in Industrie oder Energieerzeugung.
  • Für einzelne Anwendungen kann Biomethan künftig eine Rolle spielen.
  • Als breite Lösung für die Wärmeversorgung aller Gebäude ist es aber mit großen Unsicherheiten verbunden.
  • Deshalb bleibt es sinnvoll, auch andere erneuerbare Heizlösungen frühzeitig zu prüfen.

Der digitale Zwilling soll die Ergebnisse sichtbar machen

  • Die Gemeinde erhält nach Abschluss der Wärmeplanung einen digitalen Zwilling.
  • Darin werden die erhobenen Daten und Ergebnisse übersichtlich dargestellt.
  • Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Fachakteure können sich damit besser informieren.
  • Der digitale Zwilling kann helfen, Entwicklungen nachvollziehbar zu machen.

Austausch mit Nachbarkommunen soll Synergien ermöglichen

  • Auch benachbarte Städte und Gemeinden erstellen kommunale Wärmepläne.
  • Daraus können sich gemeinsame Chancen ergeben.
  • Möglich sind zum Beispiel Kooperationen bei erneuerbaren Potenzialen, Infrastruktur oder Beratungsangeboten.
  • Wendeburg soll deshalb den Austausch mit Nachbarkommunen und dem Landkreis fortführen.
  • Ziel ist es, mögliche Synergien frühzeitig zu erkennen und gemeinsam zu nutzen.

Beratung und Information für Bürgerinnen und Bürger werden wichtiger

  • Viele Entscheidungen zur Wärmewende werden direkt an den einzelnen Gebäuden getroffen.
  • Deshalb brauchen Eigentümerinnen und Eigentümer verständliche Informationen.
  • Die Gemeinde sollte bestehende Beratungsangebote aktiv bekannt machen.
  • Dazu zählen zum Beispiel Angebote der Verbraucherzentrale, Energieberatungen und Informationen zu Förderprogrammen.
  • Sinnvoll sind außerdem:
    • Hinweise auf der Internetseite der Gemeinde,
    • Verlinkungen zu Online-Tools und zum digitalen Zwilling,
    • Informationen zu lokalen Energieberaterinnen, Energieberatern und Fachbetrieben,
    • regelmäßige Informationskampagnen,
    • Beratungstage oder ein „Markt der Möglichkeiten“.
  • Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger beim Heizungstausch und bei energetischen Sanierungen besser zu unterstützen.

Fachbetriebe sollen frühzeitig eingebunden werden

  • Heizungsbauer, Handwerksbetriebe und Energieberater spielen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung.
  • Sie sind für viele Bürgerinnen und Bürger die ersten Ansprechpartner.
  • Deshalb sollen Fachbetriebe frühzeitig über die Ergebnisse der Wärmeplanung informiert werden.
  • Wichtig sind Informationen zu:
    • Fokusgebieten,
    • möglichen Wärmenetzen,
    • Förderprogrammen,
    • Beratungsangeboten,
    • dem digitalen Zwilling.
  • Regelmäßige Vernetzungstreffen können helfen, Wissen zu teilen und die Umsetzung besser vorzubereiten.
  • Die Zusammenarbeit mit Kammern und Branchenverbänden kann zusätzliche Unterstützung schaffen.

Die Gemeinde übernimmt eine Vorbildrolle

  • Die Gemeinde kann bei ihren eigenen Gebäuden direkt handeln.
  • Kommunale Gebäude sollen regelmäßig hinsichtlich Strom- und Wärmeverbrauch betrachtet werden.
  • Energetische Sanierungen und Heizungsumstellungen können dort gezielt geplant werden.
  • Auch Photovoltaikanlagen auf kommunalen Dachflächen sollen geprüft und möglichst ausgebaut werden.
  • Nicht-investive Maßnahmen können ebenfalls helfen, Energie zu sparen, zum Beispiel:
    • optimierte Betriebszeiten,
    • bessere Steuerung der Anlagen,
    • Nutzersensibilisierung,
    • kommunales Energiemanagement.
  • Bei Neubauten und Sanierungen kann die Gemeinde ambitionierte energetische Standards umsetzen.
  • Dadurch zeigt sie, dass die Wärmewende praktisch machbar ist.

Förderprogramme können die Umsetzung unterstützen

  • Für Heizungstausch, Sanierung und Energieberatung gibt es Förderprogramme von Bund und KfW.
  • Gefördert werden unter anderem:
    • der Austausch alter Heizungen,
    • der Einbau von Wärmepumpen,
    • Dämmmaßnahmen an Dach, Fassade, Fenstern und Türen,
    • Heizungsoptimierung,
    • Energieberatung und individueller Sanierungsfahrplan,
    • Fachplanung und Baubegleitung,
    • Effizienzhaus-Sanierungen.
  • Für Wärmenetze gibt es zusätzlich die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze.
  • Förderprogramme können Investitionen deutlich erleichtern.
  • Wichtig ist aber: Förderbedingungen können sich ändern, Mittel können begrenzt sein und ein Antrag garantiert nicht automatisch eine Förderung.
  • Bürgerinnen und Bürger sollten sich deshalb frühzeitig beraten lassen und aktuelle Konditionen prüfen.

Was bedeutet die Wärmewendestrategie für Bürgerinnen und Bürger?

  • Die Wärmeplanung gibt Orientierung für langfristige Entscheidungen.
  • Ein geplanter Heizungstausch bietet mehr Handlungsspielraum als ein Austausch im Notfall.
  • Förderprogramme und Beratungsangebote können bei der Entscheidung unterstützen.
  • Der digitale Zwilling macht Ergebnisse und mögliche Entwicklungen nachvollziehbar.
  • In möglichen Prüfgebieten kann zusätzlich das Interesse an gemeinschaftlichen Lösungen wichtig werden.

Kurzfazit

  • Die Wärmewendestrategie setzt auf Information, Beratung, Zusammenarbeit und schrittweise Umsetzung.
  • Das Gasnetz wird langfristig vor wirtschaftlichen und regulatorischen Veränderungen stehen.
  • Biomethan kann eine Ergänzung sein, ist aber keine sichere Hauptlösung für alle Gebäude.
  • Die Gemeinde soll mit ihren eigenen Gebäuden vorangehen.
  • Bürgerinnen und Bürger sollen durch Beratung, Förderinformationen und transparente Daten unterstützt werden.
  • Entscheidend ist, frühzeitig zu planen und passende Lösungen für das eigene Gebäude oder das eigene Quartier zu prüfen.

Mats Kampmann
Fachdienst „Bau und Planung“,
Gemeinde Wendeburg

Pascal Klons
Projektbearbeiter,

Zukunfts[planungs]werk
(beratendes Büro)