Wärmeversorgungsgebiete

Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung wurde das Gemeindegebiet in verschiedene Wärmeversorgungsgebiete eingeteilt. Ziel ist es, eine erste Orientierung zu geben, welche Art der Wärmeversorgung in welchen Bereichen künftig grundsätzlich geeignet sein könnte. 

Dabei wird unterschieden zwischen: 

  • Gebieten für dezentrale Wärmeversorgung 
    Bereiche, in denen voraussichtlich vor allem gebäudenahe Lösungen eine Rolle spielen, zum Beispiel Wärmepumpen, Biomasseheizungen oder andere individuelle erneuerbare Heizsysteme. 
  • Wärmenetzgebieten 
    Bereiche, in denen eine leitungsgebundene Wärmeversorgung grundsätzlich infrage kommen könnte, wenn ausreichend Wärmebedarf, geeignete Wärmequellen, Anschlussinteresse und wirtschaftliche Rahmenbedingungen vorhanden sind. 
  • Prüfgebieten 
    Bereiche, die noch nicht eindeutig einer bestimmten Lösung zugeordnet werden können. Hier besteht weiterer Untersuchungsbedarf. 
  • Wasserstoffnetzgebieten 
    Solche Gebiete wurden in Wendeburg nicht ausgewiesen, da derzeit kein Wasserstoff-Verteilnetz besteht und keine Transformationsplanung für das bestehende Gasnetz vorliegt. 

Was wurde untersucht? 

  • Das Gemeindegebiet wurde in Teilgebiete untergliedert. 
  • Dabei wurden ähnliche Bereiche zusammengefasst, zum Beispiel nach: 
  • Gebäudetyp, 
  • Flächennutzung, 
  • Baualter, 
  • vorhandener Wärmeversorgungsinfrastruktur. 
  • Anschließend wurde bewertet, ob ein Gebiet eher für eine dezentrale Wärmeversorgung oder für ein Wärmenetz geeignet erscheint. 
  • Die Bewertung ist eine fachliche Ersteinschätzung auf Basis der vorhandenen Daten. 
  • Ob eine Lösung tatsächlich umgesetzt werden kann, muss in weiteren Schritten geprüft werden. 

Dezentrale Wärmeversorgung wird in vielen Bereichen wichtig bleiben 

  • Viele Bereiche in Wendeburg sind ländlich und durch Ein- und Zweifamilienhäuser geprägt. 
  • Die Gebäude liegen häufig aufgelockert und nicht sehr dicht beieinander. 
  • Unter diesen Voraussetzungen sind große Wärmenetze nicht wirtschaftlich sinnvoll. 
  • In vielen Bereichen werden daher individuelle Lösungen am Gebäude eine wichtige Rolle spielen. 
  • Dazu können zum Beispiel Wärmepumpen, Erdwärme, Solarthermie zur Unterstützung oder andere erneuerbare Heizsysteme gehören. 
  • Welche Lösung im Einzelfall passt, hängt vom jeweiligen Gebäude, Grundstück, Sanierungszustand und Heizsystem ab. 

Wichtig: Die dargestellten Eignungsgebiete sind keine abschließende Festlegung für einzelne Gebäude. Sie zeigen eine erste Einschätzung auf Grundlage der großräumigen Struktur. Welche Wärmeversorgung im Einzelfall geeignet ist, hängt insbesondere bei dezentralen Lösungen vom jeweiligen Gebäude, Grundstück und Sanierungszustand ab. 

Wärmenetze kommen nur in ausgewählten Bereichen infrage 

  • Ein Wärmenetz ist vor allem dort interessant, wo viele Gebäude auf engem Raum viel Wärme benötigen. 
  • Wichtig sind außerdem mögliche Ankerkunden, zum Beispiel öffentliche Gebäude mit regelmäßigem Wärmebedarf. 
  • Auch geeignete Wärmequellen und ein möglicher Netzbetreiber spielen eine wichtige Rolle. 
  • Die Analyse zeigt: Nicht jedes rechnerisch geeignete Gebiet eignet sich in der Praxis automatisch für ein Wärmenetz. 
  • Entscheidend sind neben der Wärmedichte auch Wirtschaftlichkeit, Anschlussbereitschaft, Organisation und Finanzierung. 

Wendezelle und Bortfeld werden als Prüfgebiete betrachtet 

  • In Wendeburg wurden zwei Bereiche als besonders prüfenswert herausgearbeitet. 
  • Diese Gebiete sind noch keine fest geplanten Wärmenetzgebiete. 
  • Sie zeigen aber, wo gemeinschaftliche Lösungen grundsätzlich näher untersucht werden können. 

Wendezelle 

  • Die kompakte Siedlungsstruktur spricht grundsätzlich für eine gemeinschaftliche Lösung. 
  • Gleichzeitig fehlen größere Wärmeabnehmer, die als stabile Ankerkunden für ein klassisches Wärmenetz dienen könnten. 
  • Deshalb wird Wendezelle als Prüfgebiet für alternative gemeinschaftliche Versorgungsmodelle betrachtet. 
  • Denkbar wäre zum Beispiel ein bürgerschaftlich getragenes Wärmenetz. 
  • Entscheidend wäre dabei die Beteiligungsbereitschaft der Eigentümerinnen und Eigentümer. 

Bortfeld 

  • In Bortfeld sprechen mehrere Faktoren für eine nähere Prüfung. 
  • Dazu gehören unter anderem: 
  • höhere Wärmeliniendichten, 
  • ein räumlich konzentrierter Gebäudebestand, 
  • kommunale Liegenschaften, 
  • ältere Heizsysteme, 
  • ein älterer Gebäudebestand. 
  • Auch hier könnte ein bürgerschaftlich getragenes Wärmenetz eine mögliche Option sein. 
  • Die tatsächliche Umsetzbarkeit muss technisch, wirtschaftlich und organisatorisch weiter geprüft werden. 

Keine Wasserstoffnetzgebiete in Wendeburg 

  • In Wendeburg wurde kein Wasserstoffnetzgebiet ausgewiesen. 
  • Der Grund: Es gibt derzeit kein Wasserstoff-Verteilnetz. 
  • Außerdem liegt keine Transformationsplanung für das bestehende Gasnetz vor. 
  • Wasserstoff wird daher aktuell nicht als tragfähige Lösung für die Wärmeversorgung von Gebäuden bewertet. 
  • Für mögliche industrielle Anwendungen kann Wasserstoff langfristig erneut betrachtet werden, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern. 

Was bedeutet das für Bürgerinnen und Bürger? 

  • Die Gebietseinteilung gibt Orientierung, welche Wärmeversorgung in verschiedenen Bereichen grundsätzlich infrage kommt. 
  • Sie bedeutet nicht, dass bereits konkrete Baumaßnahmen beschlossen sind. 
  • In vielen Bereichen bleiben individuelle Lösungen am eigenen Gebäude besonders wichtig. 
  • In Wendezelle und Bortfeld können gemeinschaftliche Lösungen näher geprüft werden. 
  • Ob ein Wärmenetz entstehen kann, hängt stark vom Interesse und der Beteiligung vor Ort ab. 
  • Eigentümerinnen und Eigentümer sollten weiterhin frühzeitig prüfen, welche Sanierungs- und Heizungsoptionen für ihr Gebäude sinnvoll sind. 

Kurzfazit 

  • Für Wendeburg wird es nicht die eine Lösung für alle geben. 
  • Viele Bereiche werden voraussichtlich dezentral versorgt. 
  • In einzelnen Prüfgebieten können gemeinschaftliche Lösungen wie ein Bürgernetz näher untersucht werden. 
  • Die Wärmeversorgungsgebiete schaffen Orientierung für die nächsten Schritte, ersetzen aber keine konkrete Projektplanung. 

Mats Kampmann
Fachdienst „Bau und Planung“,
Gemeinde Wendeburg

Pascal Klons
Projektbearbeiter,

Zukunfts[planungs]werk
(beratendes Büro)